Wenn 220 Wohnungen entstehen
Veröffentlicht in Rhein-Neckar Zeitung von Christina Schäfer
Weinheim. Auf dem ehemaligen GRN-Gelände in der Viernheimer Straße entstehen derzeit 400 Wohnungen. Das gesamte Areal teilen sich zwei Investoren, einer davon ist die UNMÜSSIG Bauträgergesellschaft Baden GmbH aus Freiburg. Auf insgesamt drei Baufeldern verwirklicht das Unternehmen eine Gesamtwohnfläche von 22.400 m², aufgeteilt auf Reihenhäuser und neun Mehrfamilienhäuser, die alle in viergeschossiger Bauweise plus Staffelgeschoss erstellt werden.
„Man kann sehen, was zustande kommt, wenn die kommunale Familie und die Wirtschaft an einem Strang ziehen“, lobte Oberbürgermeister Manuel Just das „herausragende städtebauliche Projekt“ im Verlauf eines am Samstag gefeierten Frühlingsfests auf dem Gelände. Dessen Entwicklung hatte der Rhein-Neckar-Kreis nach Verlagerung seiner Pflegeeinrichtung auf das Gelände neben der GRN-Klinik ermöglicht.
Reihenhäuser zu 70 Prozent verkauft
Die Stadt Weinheim hatte die baurechtlichen Rahmenbedingungen festgelegt und war anschließend Mitglied in der Jury des eigens ausgelobten Investoren-Auswahlverfahrens. Bei dem überzeugte die UNMÜSSIG Gruppe laut Just durch ein städtebauliches Konzept, das eine nachhaltige Nachverdichtung beinhaltete. „Sie haben sich gegen 17 Mitbewerber durchgesetzt“, zeigte der Weinheimer Oberbürgermeister auf, dass das Interesse an dem Areal groß war.
UNMÜSSIG plant insgesamt 220 Wohneinheiten, 34 davon als Reihenhäuser. Die Wohnungen in den viergeschossigen Mehrfamilienhäusern (plus Staffelgeschoss) sind teils als Eigentum, teils als Mieteinheiten geplant, 48 davon als preisgedämpfter beziehungsweise sozialer Wohnungsbau. Damit käme man einer gesellschaftlichen Verantwortung nach, sagte Unternehmensgeschäftsführer Hans-Peter Unmüßig. Der Schwerpunkt der Wohnungen liegt auf Zwei- und Drei-Zimmer-Wohnungen, wie Projektmanager Christian Wurth gegenüber der RNZ erklärte. Alle Wohnungen sind mit Loggien oder Dachterrasse ausgestattet, die Stellplätze – auch für die Reihenhäuser – sind in Tiefgaragen untergebracht. Weitere gut 50 Parkplätze sind überirdisch als Besucherparkplätze im öffentlichen Raum verfügbar. Die energetische Versorgung wird über ein Fernwärmenetz erfolgen, wie Malte Glück vom Wärmekontor Freiburg, einer Tochter von UNMÜSSIG, erklärte.
Die Reihenhäuser, die den ersten Bauabschnitt bildeten und im Rohbau bereits alle stehen, sind schon zu 70 Prozent verkauft. Dass sich auch für den Rest bald Eigentümer finden, daran ließ Unmüßig keinen Zweifel. „Es ist eine sehr schöne Wohnlage“, war er sich sicher. Zudem biete man ein Architektenhaus mit hoher Individualität abseits des Angebots der Stange, ließ er durchblicken. „Wir werden der Location gerecht“, so Unmüßig über Weinheim, das es ihm offensichtlich angetan hat. Eine Steilvorlage für Oberbürgermeister Just. „Sie sind in der schönsten Stadt Baden-Württembergs angekommen“, witzelte er in Richtung der Gäste aus Freiburg, fand in seinem Grußwort aber auch sehr ernste Worte. Die Firma UNMÜSSIG verwirkliche das Projekt in schweren Zeiten, verwies OB Just auf die deutlich gestiegenen Baukosten. Entsprechend groß war das Lob, das er dem Unternehmen aussprach. „Sie waren vom ersten Tag an ein verlässlicher Partner, bei dem man wusste: Ein Wort ist ein Wort“, fasste Just das Miteinander zusammen.
Dieses wird auch noch etwas andauern. Erst jetzt geht das Unternehmen den zweiten Bauabschnitt an, in dem die Mehrfamilienhäuser entstehen werden. Im Sommer 2026 sollen die letzten Wohneinheiten dann fertiggestellt sein.